Homunculus 2026: Geschichten mit Vorgeschichte

27. Jan 2026 /

Homunculus 2026: Geschichten mit Vorgeschichte

Zweite Leben, erste Lieben und alte Helden

Das 35. Figurentheaterfestival Homunculus 2026 belebt in Hohenems Klassiker, Legenden und Publikumslieblinge neu.

Das Internationale Figurentheaterfestival Homunculus geht in seine 35. Runde. Unter dem Motto „Second Life“ kehren vom 7. bis 15. Mai 2026 im Löwensaal Hohenems bekannte Gesichter, bewährte Compagnien und gefeierte Produktionen zurück auf die Bühne. Neben Publikumslieblingen gibt es auch Neues, so zwei Österreichpremieren – „Buba Huba“ (Susi Claus) und „Hänsel und Gretel“ (Theater Laboratorium). Verantwortlich für das gesamte Programm zeichnet Susi Claus, seit 2018 künstlerische Leiterin des Festivals. Auch Geschäftsführer Dieter Heidegger und Präsident Günter Bucher sichern die Kontinuität. Festival Nr. 35 überzeugt zwischen Märchen, Musik, Zeitgeschichte und Gegenwartskomik.

Auftakt mit Wohnungsnot und Märchentieren

Eröffnet wird Homunculus 2026 am Donnerstag, 7. Mai, mit Andrea Bongers’ „Bock drauf“ (Do, 7.5.) – eine pointierte Abrechnung mit dem Wohnungsmarkt, Alter, Ego und Versicherungen. Puppen, Texte und Musik greifen ineinander und bringen ein Solo mit Vielen, das weder Abgründe noch Gelächter scheut. Der Freitag gehört tagsüber den Kindern – und der Programmverantwortlichen selbst: Susi Claus zeigt mit „Buba Huba“ (Fr, 8.5.) eine Fabel über die Habgier der Menschen und deren Auswirkung auf die Welt – aber vor allem eine Geschichte über Hoffnung. Am Abend übernimmt Pierre Schäfer, vor Susi Claus künstlerischer Leiter des Festivals, mit „Märchen Comedy“ (Fr, 8.5.) das Kommando: Grimm, tierisch gedacht, frech gespielt.

Geschichte im Blick

Am Samstag prallen Zeiten aufeinander. Nach dem Familienklassiker „Hase & Igel“ (Pierre Schäfer, Sa, 9.5.) folgt mit „Einer von euch sein“ (Sa, 9.5.) von Astrid Endruweit & Susi Claus eine szenische Lesung auf Basis von Zeitzeugenberichten über Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus – reduziert und eindringlich. Der Abend klingt musikalisch aus: Wenzel & Band bringen mit „Strandgut der Zeiten“ (Sa, 9.5.) Lieder zwischen Zweifel und Zuversicht auf die Bühne. Der Sonntag kombiniert Abenteuer und Brunch: Mit „Die Muskeltiere“ (So, 10.5.) erzählen das Figurentheater St. Gallen und die Theaterwerkstatt Gleis 5 von Freundschaft und Mut – inklusive Frühstück im Löwenfoyer.

Märchen reloaded

Die neue Woche rückt das Motiv des „Second Life“ auf unterschiedliche Weise ins Zentrum. „Hühner“ der Compagnie Die Exen (Mo, 11.5.) beleuchtet das Miteinander mit clownesken Mitteln. Am Abend folgt „Grimms Eisenhans“ (Mo, 11.5.), eine archaische Erzählung vom wilden Mann, angesiedelt zwischen Mythos und Gegenwart. Gespielt wird der Stoff von Schauspielerin Andrea Post, begleitet von Dirk Hessel am Marimbaphon und anderen Schlaginstrumenten.

Am Dienstag wird der Wolf gleich in zwei Stücken besiegt: vormittags mit „Der Wolf und die sieben Geißlein“ (Di, 12.5.) der Gebr. Grimmig, abends in der „Geierwally“ (Di, 12.5., Die Exen.) die als Handpuppen-Drama Alpenromantik und patriarchalen Strukturen trotzt. Der Mittwoch widmet sich dem Erinnern und Vergessen: „Vom Fuchs, der den Verstand verlor“ (Mi, 13.5.) erzählt die Formation „Freaks und Fremde“ sensibel vom Altwerden – tagsüber für junges Publikum, am darauffolgenden Abend (Do, 14.5.) für Erwachsene. Ein weiterer einstiger Intendant des Festivals ist Pavel Möller-Lück. Mit „Hänsel & Gretel“ (Mi, 13.5.) liefert sein Theater Laboratorium eine biografische, zugleich absurde Märchenüberschreibung. Am Donnerstag bringt er den „Froschkönig“ (Do, 14.5.) in die zweite Lebensphase.

Finale mit phantastischem Zinnsoldat

Am Freitag, 15. Mai, beschließt Stefan Wey mit „Der standhafte Zinnsoldat“ das Figurentheaterprogramm – nachmittags für Kinder, abends für Erwachsene. Eine Inszenierung, die man so im Löwensaal nicht erwartet – lassen Sie sich überraschen vom exzeptionellen Bühnenbild und Spiel.

Eine weitere Besonderheit: Im Löwensaal-Foyer eröffnet eine temporäre VHS-Videothek ihre Türen. Kultfilme, leihweise. Hier gilt die Bitte: nur zurückgespult retournieren. ;-)

Tickets & Infos

Tickets unter +43 699 10 52 12 04, auf www.homunculus.info, bei allen Raiffeisenbanken, Sparkassen sowie auf laendleticket.com.
Stand: 28. Jänner 2026. Änderungen vorbehalten.

Homunculus mit großem Publikumszuspruch

08. Jun 2025 /

Homunculus mit großem Publikumszuspruch

Das Team des Figurentheaterfestivals freut sich auch heuer über 97 % Auslastung

Nach einer Woche in Hohenems und der begeistert aufgenommenen Welturaufführung eines Köhlmeier-Romans als Puppenstück endete das 34. Figurentheaterfestival Homunculus am Freitagabend.

Vorfreude auf Jubiläum 2026
Die Bilanz 2025 ist erfreulich: Geschäftsführer Dieter Heidegger und die künstlerische Leiterin Susi Claus freuen sich, mit einer Auslastung von 97 % erneut an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen zu können. Die Vorfreude auf das 35. Festivaljubiläum im Mai 2026 ist groß – geplant sind insbesondere Höhepunkte aus vergangenen Homunculus-Jahrzehnten.

Köhlmeier kam zweimal zu „Matou“
Das Puppentheaterstück nach einer Romanvorlage von Michael Köhlmeier wurde für Homunculus entwickelt – dabei lies der renommierte Schriftsteller der Künstlergruppe völlig freie Hand. Die Inszenierung von Veronika Thieme, Anna Menzel und Pierre Schäfer begeisterte Publikum wie Autor. Den Höhepunkt des Festivals bildete somit die Premiere von Matou am Feiertag. Trotz eines kurzen technischen Zwischenfalls – einem Stromausfall, den die drei Bühnenkünstler souverän überspielten – wurde die aufwendige Inszenierung begeistert aufgenommen. Regisseur Jochen Menzel brachte die sieben Katzenleben der Titelfigur mit ihren zeitspringenden Perspektiven auf eine Weise auf die Bühne, wie es nur das Figurentheater vermag. Das Publikum dankte mit langanhaltendem Applaus. Die anschließende Premierenfeier fiel entsprechend ausgelassen aus. Michael Köhlmeier war gleich bei beiden Aufführungen anwesend – ein deutliches Zeichen seiner Wertschätzung.

Große Vielfalt – von Gipfelsturm bis Dada-Zirkus
Auch darüber hinaus zeigte sich das Festivalprogramm vielschichtig, verspielt und politisch aktuell. Von den Kindervorstellungen im Rahmen des ANIMA Amateurtheaterfestivals bis zum Objekttheater oder der Exkursion in einen Stollen. Alexandra und Eva Kaufmann sorgten mit ihrem fiktiven Kasperl-Gipfelsturm in Spielplatz Everest für großes Vergnügen und pointierte Gesellschaftskritik. Tigerwild thematisierte das Spannungsfeld von Freiheit und Konvention mit feinem Witz. Die Compagnie Dada Zirkus entführte das Publikum in eine poetisch-anarchische Schöpfungsgeschichte, in der Akrobatik, Puppenspiel und Musik ineinanderflossen. Und mit Tanz der Tiere setzte das Theater Kuckucksheim zum Abschluss einen ökologischen Akzent, der berührte und zugleich humorvoll zum Nachdenken anregte.

Homunculus 35: 7. bis 15. Mai 2026
www.homunculus.info

 

Puppenweine und das ganz neue Rathaus

09. Apr 2025 /

Der Verein Homunculus lädt im Vorfeld des Figurentheaterfestivals die Mitglieder zur feierlichen Präsentation des Puppenweins. Diesmal lud Präsident Günter Bucher und Gastro-Chef Ortwin Peter in eine außergewöhnliche Location, dem neuen Rathaus von Hohenems.

Der Puppenwein ist längst eine Tradition, die Weinliebhaber und Kulturinteressierte gleichermaßen begeistert. Mit viel Sorgfalt und Expertise wählt der Verein jedes Jahr eine Selektion an edlen Tropfen aus, die nicht nur geschmacklich überzeugen, sondern auch die kreative Seele des Figurentheaters widerspiegeln. Neben den Klassikern in Rot, Weiß und Rosé aus dem Hause Topf aus dem Kamptal, gesellte sich in diesem Jahr  auch ein Roter Veltliner vom Weingut Bauer aus Wagram dazu. Der weiße „Weltpremieren-Wein“ spielt auf die am 29. Mai stattfinde Weltpremiere des Stücks „Matou, die Katze die kein Mensch sein will“, nach einer Romanvorlage von Michael Köhlmeier, an.  Neben der Verkostung der Weine die Mitglieder ein stimmungsvoller Abend in einzigartiger Atmosphäre, abgerundet mit feinen Köstlichkeiten von Mo-Catering,

Besonders spannend war der Veranstaltungsort selbst: Das neue Rathaus öffnete an diesem Abend seine Türen für die Figurentheater-Fans, die eben nicht nur die Weine, sondern auch die beeindruckende Architektur des Gebäudes entdecken konnten. Bürgermeister Dieter Egger und Stadtplaner Bernd Federspielt gaben Einblicke in die modernen Räumlichkeiten und die Funktion dieses neuen städtischen Wahrzeichens.

Im Rahmen der Weinpremiere hielt der Verein auch seine Jahreshauptversammlung ab. Es wurde Bilanz über die letzten beiden Jahre gezogen und der Vorstand, mit Präsident Günter Bucher und Vize-Präsidentin Stephanie Waldburg-Zeil an der Spitze, wurde einstimmig wieder gewählt. Das 34. Homunculus Figurentheaterfestival findet vom 22. bis 30. Mai im Hohenemser Löwensaal statt.

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