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Das 31. Homunculus-Festival ging mit einer Auslastung von 90 % zu Ende.

Anspruchsvolle Produktionen, abwechslungsreiches Rahmenprogramm

19. Jun 2022 /

Über eine Woche voller spannender Theaterproduktionen, darunter etliche Österreich- und Vorarlbergpremieren, ein aufblasbarer Wal, Silent Disco-Nächte am Kirchplatz und ein „Nachspiel“ in Doren charakterisierten Homunculus 31. Die künstlerische Leiterin Susi Claus freute sich besonders, dass die 2020 wegen Corona entfallenen Inszenierungen wie das preisgekrönte Stück „Error 404“ oder Lutz Grossmanns „Geschichten gegen die Angst“ sowie „Anne Frank“ (Artisanen) heuer gezeigt werden konnten. Die Kompagnien haben mit Humor und Tiefgang unterhalten. Neben einem furiosen Auftakt ging es mit liebevoll umgesetzten Kinder- und Erwachsenenproduktionen weiter. Sogar ein „geheimer Ort“ an dem sonst edle Tropfen lagern, wurde mit der „Magic Butter Show“ bespielt.

Ausverkaufte Produkionen

Programmperlen lieferten die Artisanen (anne Frank, Baby Dronte), die Exen (Hühner und Sommernachtstraum) sowie das Theater  Zitadelle (Der Yark, Vorsicht Wilma). Auch die Schweizer Puppenspielerin Kathrin Bosshard („Fleisch + Pappe“) zeigte mit zwei Produktionen hochkarätiges Figurentheater, das noch lange im Gespräch sein wird. Die mit dem Schweizer Theaterpreis 2020 und weiteren Comedy Awards ausgezeichnete Dozentin für Puppenspielkunst überzeugte bei Homunculus zu Christi Himmelfahrt mit dem bezaubernden Stück der Feldmaus „Frederick“, um am Abend in „Schwein, Weib und Gesang“ mit einer skurrilen Geschichte vom verliebten Eber Karl-Heinz zu verblüffen. Das durchwegs von klugen Reimen und feinem Schauspiel inklusive Gesang und Tanz getragene Stück war eine temporeiche literarisch-philosophische Suche nach Unterstützung in Liebesfragen.

Gefragtes Rahmenprogramm

Die überdimensionalen Leuchten von Birgit Sargant und weitere „spot on“-Dekorationen sorgten im Stadtbild für Aufmerksamkeit. Puppenwein und Musik lockten am Kirchplatz, wenn die Silent Discos mit verschiedenen DJ‘s veranstaltet wurde. Mit der Verkostung von Hochprozentigem der Staufendestillerie Im Palast, schauspielerisch begleitet von Veronika Thieme und Pierre Schäfer sowie „Dem Fall Hamlet“ ging Homunculus ins Finale. Die hohe Qualität der heurigen Produktionen – vom Theater Zitadelle bis zu den „Exen“ und der hohe Publikumszuspruch macht bereits Lust auf „Homunculus 32“ das vom 11. bis 19. Mai unter dem Thema „Reflections“ stattfinden wird.

 

Schweine, ein Wal und Hochprozentiges

12. Jan 2022 /

Schweine, ein Wal und Hochprozentiges

Das Figurentheaterfestival Homunculus 31 stellt ein Programmfeuerwerk in Aussicht

Sich auf dem Hohenemser Schlossplatz von einem Wal verschlucken lassen – das kann nur Homunculus bieten. Das 31. Figurentheaterfestival sorgt von 19. bis 27. Mai 2022 für Unterhaltung vom Feinsten.

Puppentheater, mal clownesk, mal mit leisen Tönen, aber immer fesselnd und inspirierend – die künstlerische Leiterin Susi Claus hat für 2022 erneut ein besonderes Programm zusammengestellt. Zum Auftakt am 19. Mai 2022 reitet Winnetou über die Bühne, um dieselbe am Freitag für „Hühner“ freizugeben. Die Formation die Exen zeigt mit ihrem Kinderprogramm wie das Miteinander mit viel Clownerie gelingen kann. Am Freitagabend (20.5.) präsentiert Homunculus der Öffentlichkeit den ersten luftgetragenen Wal der Welt an Land und bietet überdies alle 20 Minuten einer entschlossenen Person die Möglichkeit, sich vom Wal verschlucken zu lassen. Ein Fahrradgenerator sorgt für Energiespenden bei „Nunatak“ - dieser besonderen mobilen Installation, die Freitag und Samstag von 13 bis 19 Uhr buchbar ist. Um 18 Uhr startet die „Magic Butter Show“, ein Rundgang ins Ungewisse, zwischen Magie und Hysterie bei der gutes Schuhwerk Voraussetzung ist. Die Freitagabendvorstellung gehört dem „Eisenhans“, dessen Geheimnis eine Erzählerin und ein Musiker für das Publikum lüften werden.

Anne Frank für Kinder

In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems wird am Samstagnachmittag (21.5.) die bereits im Jahr 2020 eingeplante berührende Zeitreise „Anne Frank“ der Artisanen für Kinder bis 14 und interessierte Erwachsene gezeigt. Am Abend verzaubern die Exen mit Shakespeares Sommernachtstraum in komprimierter Form - mit viel Humor und Tiefgang sowie Handpuppen im Guckkasten - das Publikum. Der beliebte Sonntagsbrunch im Löwensaal wird mit einem Roadmovie der Kompagnie Artisanen bestritten. „Baby Dronte“ erzählt mit Puppen, (Live-)Video, Musik und ungewissem Ausgang von bedrohten Tieren.

Preisgekrönter „Error 404“

Der Montag (sowohl Vor-/Nachmittag und Abend) wird mit einem zarten und emotionalen Stück bespielt: „Error 404“  ist eine international preisgekrönte Inszenierung ohne Worte, die sich sowohl an Kinder, Jugendliche und Erwachsene richtet und dem Sinn des Lebens nachspürt. Mit dem jungen Steve taucht das Publikum in eine Welt voller elektronischer Geräte ein, in der nichts mehr ist wie früher. Um 21 Uhr heißt es: „Spot ON“ am verkehrsberuhigten Kirchplatz. Das Licht-Konzert erfüllt den Platz mit einem lautlosen Konzert. Wer möchte, ist mittels Kopfhörer und Sound von DJ 101 b.p.m dabei. Die Lichtobjektkünstlerin Birgit Sargant wird ihrer Kreativität freien Lauf lassen und das Festival-Motto „Spot ON“ perfekt abrunden.

Monster und späte Weihnacht

Die wunderbare Regina Wagner vom Theater Zitadelle verzaubert am Dienstag mit „Vorsicht, Wilma“ – einer gefühlvollen Tagesreise mit Experimenten für Kinder. Am Abend sorgt das Theater am Bergmannkiez mit „Yark“ für eine schaurig-schöne Mär von einem Monster, das einen großen Appetit auf kleine Menschen entwickelt. Ab 22 Uhr folgt das zweite Silent Light Concert am Schlossplatz. Die Kindervorstellungen am Mittwoch, den 25. Mai, gehören erneut dem „Yark“. Alt-Intendant Pierre Schäfer ist Regisseur des Mittwochabends. Das Theater Marotte spielt „The Bride Side of Life“ – und, man ahnt es: eine Bethlehem-Story, die skurrilen Wortwitz, schwarzen Humor und unverwüstliche Spielfreude garantiert. Das nachfolgende Silent Concert steht nicht umsonst unter dem Motto „Last Christmas“...

Hochprozentige Nibelungen

Das Theater Fleisch und Pappe bestreitet den Donnerstag (26. Mai). Am Nachmittag verzaubert die Feldmaus „Frederick“ die Kleinen bis 14 Jahre, am Abend geht es mit „Schwein, Weib und Gesang“ wildsauisch zu und hoch her. Um 21.30 Uhr wird es hochprozentig: Figurentheater mit Veronika Thieme und Pierre Schäfer inkl. Gin-, Whisky- und Rumverkostung und so manchem Leckerbissen sorgen für ein besonderes Nachtprogramm im Rittersaal des gräflichen Palastes zu Hohenems - dem Fundort der Nibelungen-Handschriften. Die Nibelungenpuppen stellen hochprozentige Produkte einer Hohenemser Brennerei, welche die Namen der Nibelungensagenhelden und -heldinnen tragen, vor. Der Schlusssprint des Festivals wird am Freitag (27.5.) am Nachmittag mit Lutz Grossmanns wundervollen „Geschichten gegen die Angst“ bestritten und der Abend gehört Schäfer-Thieme mit „Der Fall Hamlet“, einer Collage über Erinnern, Wahnsinn und Wahrheit.

Erstes „Nachspiel“ im Bregenzerwald

Homunculus goes Bregenzerwald: Was für 2020 bereits in Planung stand, wird 2022 nun auch in die Tat umgesetzt: Homunculus gastiert am Samstag, den 28. Mai in Doren. Um 20 Uhr findet im Gemeindesaal die Aufführung „Schwein, Weib und Gesang“ des Theaters Fleisch+Pappe statt. Ob Karl-Heinz und Sissi Schwein zusammenfinden? Das lässt sich herausfinden – Homunculus 31 begrüßt herzlich!

Tickets gibt es ab sofort in allen Raiffeisenbanken und Sparkassen, beim Hohenemser Stadtmarketing sowie auf www.homunculus.info.

Programmdetails und Termine auf www.homunculus.info

Rückfragehinweise:

Dieter Heidegger, dieter.heidegger@mshh.at, Tel. 0043 650 8620586

Andrea Fritz-Pinggera, andrea.fritz@wortwerk.cc, Tel. 0043 699 19037485

Das Space-Taxi ist beim Adler gelandet!

23. Nov 2021 /

Ein Trabi mit Rotorblättern und Schiffsschraube im Garten des Gasthaus Adler. Die Künstler Mona und Günther Blenke wollen mit ihrem Space-Taxi die Fantasie der Passanten beflügeln. Fantasie, wie sie im Figurentheater gelebt und geliebt wird. Zum 30. Festival von Homunculus (Mai 2021) war es ein sichtbares Zeichen im Stadtzentrum von Hohenems, was die Vorstellungskraft alles möglich macht – Jetzt ist das Space-Taxi beim Adler gelandet.

Der Trabant ist wohl das Symbol der ehemaligen DDR und hat es zu Kultstatus gebracht. Spätestens mit dem Mauerfall schwappte der Hype auch in den Westen über. 1991 wurde die Produktion eingestellt. Bis dahin rollten über 3 Millionen Exemplare aus den Produktionshallen. Und aktuell sind noch mehr als 38.000 Trabis auf Deutschlands Straßen unterwegs – und damit mehr als Elektroautos von Tesla.

Das Produktionsende 1991 war zugleich die Geburtsstunde des Figurentheaterfestivals Homunculus in Hohenems. Das Figurentheater war zudem in der DDR immer eine feste staatliche Spielstätte in fast allen Bezirken, mit meist umfangreichem Ensemble und Werkstatt. Davon profitiert die Figurentheater-Szene noch heute.

Homunculus stellte Mona und Günther Blenke den Trabi – Baujahr 1991 – zur Verfügung. Ohne wirkliche Vorgabe. Daraus ist das Space-Taxi entstanden.

„Spezielle Autos haben in Geschichten und Filmen immer eine besondere Rolle gespielt. Denken wir nur an Tschitti Tschitti Bäng Bäng, Herbie, KITT, Optimus Prime, den fahrenden Ritter oder den Delorean.“ So Günther Blenke. „Allein der Gedanke an diese fahrbaren Untersätze startet das Kopfkino. Das Figurentheater arbeitet nach dem gleichen Prinzip. Diese Querverbindung wollten wir mit dem Space-Taxi schaffen.“ So Mona Blenke.

Einfach, reduziert und simpel – so wie der Trabi selbst – präsentiert sich das Space Taxi. Es kann fahren, schwimmen und natürlich fliegen. Für die fliegende Variante holte sich das Künstler-Duo viel Inspiration beim Besuch bei Wucher Helicopter in Ludesch. „Wir durften das gut 45 Jahre alte – zu der Zeit immer noch fliegende – Flugmuster „Lama“ unter die Lupe nehmen.“ Es besticht auch durch Reduzierung. Teile dieser Lama sind beim Space-Taxi wieder zu finden. So zum Beispiel die Original Rotor-Blätter.

Das Space-Taxi ist nun beim Adler gelandet. Mit viel Fantasie hebt es auch gleich wieder ab und lädt zu einer Reise ein. Wohin? Das bestimmt der Lenker, der Pilot oder der Kapitän.

 

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