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Ein dänischer Prinz, die Dirne Helene und eine Palastrevolution

29. Nov 2016 /

Mit gleich zwei Uraufführungen und mehreren Österreichpremieren startet das internationale Figurentheaterfestival Homunculus vom 18. bis 26. Mai in das 26. Programmjahr 2017.

Zur Eröffnungsgala des 26. Figurentheaterfestivals Homunculus am 18. Mai wird „Die wunderbare Rettung der Dirne Helene“ - eine Rotkäppchenvariante für Erwachsene - von Daniel Wagner, gezeigt. Bereits am 19. Mai folgt eine Welturaufführung:

Zu Hofe geht es rund

Das Duo Veronika Thieme und Piere Schäfer sorgt mit „Amleth“, einer der ältesten Hamlet-Geschichten (um 1200) von Saxo Grammaticus, für eine ganz besondere Version des Stoffes. „Amleth“ wird als dänischer Clown und Trickser der solcherart am intriganten Hof überleben kann, angelegt. Am Samstag, den 20. Mai wird die Vorstellung wiederholt. Die zweite Uraufführung stammt von Christoph Bochdansky, bei der er Nachts (Samstag, 22 Uhr) in den Katakomben des Palastes Hohenems eine Seance inszeniert. Bei dieser „Palastrevolution“ philosophieren verschiedene Geister und Dämonen über Sinn und Unsinn des Menschen, schwarzer Humor ist garantiert.

Vielseitiges Kinderprogramm

„Die Prinzessin kommt um 4“ wird als Österreichpremiere am Samstagnachmittag vom Theater Kunstdünger gezeigt. Der Sonntag (21. Mai) ist mittlerweile traditionell einer Vorstellung samt Brunch im Löwenfoyer vorbehalten: Das Duo Müller/Dassing bringt das Familienstück „Herr Trautsich geht hinter den Vorhang und staunt“ auf die Löwen-Bühne. Mit einer poetischen Version von „Ali Baba und die 40 Räuber“ führt das Theater Marotte eine weitere Österreichpremiere auf, (Montag, 22. Mai), die charmante Geschichte von „Dornröschen“ wird anderntags von der Puppenspielerin Anna Fregin gezeigt.

Bitterböse Satire

Mit „Er ist wieder da“ nach dem Erfolgsroman von Timur Vermes bringt das Theater Marotte die bitterböse Hitlersatire am Montagabend, 22. Mai, als geniale Figurentheaterversion: Es gibt keine Moral mehr in der Informations- und Unterhaltungsindustrie, nur noch die Gier nach immer noch größeren Sensationen. Auch das Schuberttheater Wien fordert am Dienstagabend die Zuseher mit „Paperman“, einer Papierfigur die während des Spiels entsteht.

Christmas in Hohenems

Mögen die Temperaturen im Mai auch bereits sommerlich sein, am Mittwoch, den 24. Mai wird bereits „Christmas in Hohenems“ gefeiert. Das Theater Zitadelle startet für die Kinder mit „Olaf, der Elch“, abends sorgt das Puppentheater Magdeburg mit „Der kleine Lord“ für einen Klassiker der Literatur in der Puppenspielvariante. Um 22 Uhr wird ein After-Christmas-Clubbing die eintägige Hohenemser Weihnachtszeit ausklingen lassen. Zu Christi Himmelfahrt düsen Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer in den Löwensaal. Am Abend sorgt der aus Israel stammende Poet des Objekttheaters, Ariel Doron mit Plastik Heroes für eine überraschende, lustige und schnelllebige Collage von Bildern aus dem Krieg und besteht komplett aus fertigem Kinderspielzeug. Übrigens wird sowohl mit dem Engagement des Theater Marotte wie Dorns Verpflichtung dem 400jährigen Jubiläum der Ausstellung des Schutzbriefes für Juden in Hohenems durch Graf Kaspar 1617 auf ganz spezielle Art und Weise Respekt gezollt. Das Finale am letzten Spieltag, Freitag, 26. Mai bestreiten Nachmittags die Exen mit „Nils Holgersson und die Wildgänse“. Am Abend beendet ein Kasperstück in teuflischer Interpretaion, „Grete L. und ihr K.“ mit den Puppenspielern Susi Claus und Lutz Großmann unter der Regie von Jonas Knecht das 26. Festival. Um 22 Uhr erfolgt die Staffelübergabe.

Homunculus: Jubiläumsbilanz und Neuigkeiten zur Intendanz

15. Jun 2015 /

Das 25. Figurentheaterfestival “Homunculus” geht diesen Freitag mit insgesamt 3.100 kleinen und großen Besucherinnen und Besuchern in 20 Veranstaltungen zu Ende.

Karel Gott auf Overheadfolie: Rudolf-von-Ems-Preis 2016

15. Jun 2015 /

Der vom Figurentheaterfestival Homunculus ins Leben gerufene und von der Stadt Hohenems gesponserte "Rudolf-von-Ems-Preis" für junge talentierte Theatermacher wurde Mittwochnacht, 4. Mai zum achten Mal vergeben.

Im Rahmen des 25-Jahr-Jubiläums des internationalen Figurentheaterfestivals „Homunculus“ in Hohenems wurde erneut ein Theaterpreis vergeben. Der Sieg ging heuer an das Vordiplomstück „Froh ist der Schlag unserer Herzen“ von Jana Weichelt, Puppenspielabsolventin der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin. Ihre Zeitreise in die DDR-Pioniervergangenheit wandelt sich rasch zur schrägen Schneewittchen-Geschichte. Hier nascht Eiskunstläuferin Katarina Witt statt des vergifteten Apfels eine böse Westbanane, und Karel Gott, eingespielt über den Overheadprojektor, wacht über das Geschehen. Die Siegerin überzeugte laut Jurystimmen durch „saubere Performance, den vielschichtigen und wandlungsfähigen Einsatz von Figuren, Masken und Kostümen“.

Zwei Preise abgeräumt

Die 1979 geborene Dresdnerin räumte gleich doppelt ab: sie errang den mit 2.500 Euro von der Stadt Hohenems dotierten „Rudolf-von-Ems-Preis“ sowie den Publikumspreis in Höhe von 500 Euro. Die Jury mit Regisseur Augustin Jagg, Puppentheaterdoyenne Elisabeth Wolber und Kulturstadtrat Johannes Drexel traf keinen einstimmigen Entscheid, so gab die Publikumswertung den Ausschlag. Michael Hatzius alias „Die Echse“ einer der profiliertesten Puppentheaterspieler im deutschsprachigen Raum und mittlerweile zum Figurentheaterstar avanciert, führte kongenial als Moderator durch den Abend.

In der „langen Nacht der Puppenspieler“ am Mittwochabend zu sehen waren weitere zwei Stücke: Creatures Hill, eine Adaption des Lessing-Stückes „Das fünfte Kind“ sowie „Epiphanie“, eine Heiligwerdung in 15 Minuten. Der spielreiche Abend ging mit einer „Afterparty“ und Livemusik mit viel Swing von „Secondline“ im Löwensaalfoyer in den frühen Morgenstunden zu Ende.

Über den Rudolf-von-Ems

Der Namensgeber des Preises, Rudolf von Ems (*1200) war ein Hohenemser Epiker, der u.a. die Werke „Weltchronik“ und „Der gu(o)te Gerhart“ verfasste. Im Rahmen des Figurentheaterfestivals „Homunculus“ wird der mit 2.500 Euro dotierte Preis von der Stadt Hohenems alle zwei Jahre an Nachwuchstheaterspieler vergeben.

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