Homunculus 28 findet vom 23. bis 31. Mai 2019 in Hohenems statt

Alte (Theater)Liebe rostet nicht

22. Nov 2018 /

Publikumslieblinge wie die vielfach ausgezeichnete Kabarettistin und Musikerin Tina Teubner oder die beiden ehemaligen Intendanten Pavel Möller-Lück und Pierre Schäfer werden bei der 28. Auflage des Figurentheaterfestivals Homunculus zu Gast sein.

Die neue künstlerische Leiterin Susi Claus hat für das zweite Festival unter ihrer Intendanz neben einigen bewährten „alten Eisen“ viele neue Compagnien – darunter die Berner Theatergruppe KPNV ausgewählt. Gespielt wird heuer sowohl im und um den Löwensaal in Hohenems sowie im Tennis.Event.Center, in der eine Produktion mit besonders großer Kulisse gezeigt wird. „Mit ,Alte (Theater)Liebe rostet nicht’, werden wir unser Stammpublikum ebenso begeistern wie wir neue Besucher mit erstmals in Vorarlberg gezeigten Produktionen in den Bann ziehen möchten. Es wird auch wieder eine Aktion im öffentlichen Raum stattfinden - die Planungen dazu laufen noch“ so Claus.

 „Rostige“ Neuheiten

Das Festival startet am 23. Mai 2019 mit „Rostige Nägel & Sonstige Helden“. Die Bremer Stadtmusikanten in der Interpretation von Rike Schuberty folgen am 24. Mai als Kindervorstellung für Kinder bis 14 Jahre. Mit „Der Dracula Komplex - oder kein schöner Land“ inszenieren die „Handmaids“ am selben Abend einen ungewöhnlichen Mix aus Schauermär und wohldosierter Gesellschaftskritik. Als Vorarlbergpremiere bringt „Das Weite Theater Berlin“ am Samstag, 25. Mai die Kindervorstellung „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“. Den Abend bestreiten die begnadete Sängerin Tina Teubner und ihr Partner Ben Süverkrüp am Klavier mit dem Programm „Wenn Du mich verlässt komm ich mit“.

Alte Eisen mit Glanz

Die Sonntagsmatinee mit Brunch am 26. Mai sowie die Montags-Schülervor-stellungen bestreiten Pierre Schäfer und Leonie Euler mit „Irgendwo ein Licht“ – einem Märchen frei nach H.C. Andersen. Am Montagabend, dem 27. Mai, steht mit Pavel Möller-Lück der zweite ehemalige Intendant auf der Bühne. Sein Theater Laboratorium zeigt „Der Mann, der niemals weinte“, in dem die Erkrankung Demenz tragikomisch thematisiert wird. Am Dienstag, 28. Mai, präsentiert das Theater Laboratorium seine beliebte Inszenierung „Der Fischer und seine Frau“ als Kindervorstellung.

Zinnsoldat im Tennis.Event.Center

Homunculus goes Herrenried: Aufgrund ihrer umfangreichen Kulisse wird die Produktion „Der Zinnsoldat“ von Stefan Wey sowohl am Dienstagabend (28.5.) wie zu den Kindervorstellungen am Mittwoch (29.5.) im Tennis.Event.Center im Stadtteil Herrenried stattfinden. Die Magie der Kleinkunst bleibt erhalten: maximal 90 Besucher sind beim „Zinnsoldaten“ möglich. Hans Christian Andersens Märchen erzählt eine Geschichte über Herz und Verstand, über Sein und Schein und über das Anderssein und die Unfähigkeit auszubrechen. Der Mittwochabend gehört dem Theater Handgemenge mit „Höchste Eisenbahn“. Das geniale Spiel von Pierre Schäfer und Peter Müller wird auch am Donnerstag, 30. Mai nachmittags für die Kinder aufgeführt. Der Feiertagabend wird von der Berner Theatergruppe KPNV bespielt. Das Publikum erfährt in genialem und rasantem Spiel „Fünf Gründe warum Delfine böse Tiere sind“. Eine haarsträubende Mischung aus Theater, Spezialeffekten, rasanten Szenen und Spezialeffekten mit herrlichem Showdown.

Geschichten an geheimen Ort

Der letzte Festivaltag, Freitag, der 31. Mai, wird mit drei ganz besonderen Stücken bespielt. Das Theater Blau und Bernetta wirft in der Kindervorstellung ganz schön viele Fragen auf. „DAS machen & andere verdächtige Sachen“ ist inspiriert vom preisgekrönten Bilderbuch von Lilly Axster und Christine Aebi. An einen geheimen Ort entführen Susi Claus und Peter Müller um 17.30 Uhr. Für die besonderen Geschichten die dort erzählt werden, zieht man sich am besten gutes Schuhwerk an - mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Bei der letzten Vorstellung am Freitag, 31. Mai um 20 Uhr geht es tierisch ab. Das Theater „Fleisch und Pappe“ offenbart mit „Unter Artgenossen“ ein schräges Spiel um Reichtum, Macht, Anerkennung und Ruhm, ausgelöst durch eine geheimnisvolle Hyänendame freundlichen Charakters und unklarer Herkunft.

Programmdetails, Vorverkauf und Co auf www.homunculus.info

Erstes Festival mit neuer künstlerischer Leitung erfolgreich finalisiert

Zielhafen erreicht: 95 % Auslastung für Homunculus

11. Mai 2018 /

Hohenems. Susi Claus, Nachfolgerin der bisherigen künstlerischen Leiter Christoph Bochdansky, Pavel Möller-Lück und Pierre Schäfer, hat ihr erstes „Homunculus“ Festival mit Bravour über die Bühne gebracht.

„Die Konfettikanonen dürfen bestückt werden, die neuen Wellen trugen ans Ufer –  

künstlerische Leiterin des renommierten Hohenemser Figurentheaterfestivals,. Knapp 3000 Besucherinnen und Besucher bzw. eine Auslastung von 95 % und ein begeistertes Feedback der Gäste sind das Fazit der 27. Auflage des internationalen Festivals Puppen, Pointen und Poesie im Hohenemser Löwensaal.

Zahlreiche Premieren

Mit einer eigenen poetischen Flucht aus dem Altenwohnheim, der Premiere von „Der Morgen kann warten“ – startete die neue Leiterin in eine Theaterwoche voller Poesie, Humor, feine Miniaturen und herrliche Pointen. Insgesamt acht Österreich-Uraufführungen kamen auf die Bühne. So das umjubelte Stück des Theaters Zitadelle „Berliner Stadtmusikanten, Teil 3“ oder „Frau Meier, die Amsel“, ein entzückendes „Schneewittchen“ von Anna Rampe, der „Fuchs, der den Verstand verlor“ oder der „Wolf und die sieben Geißlein“ sowie eine fulminante „Geierwally“, in der Alpenklischees herrlich tragikkomisch verarbeitet wurden. Die experimentellen Miniaturen der Nachwuchspuppenspieler der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart überzeugten das Publikum des Rudolf-von-Ems-Kleinkunstpreises.

Ausblick auf „Homunculus 28“

Nach dem Festival ist vor dem Festival. „Homunculus 28“ findet vom 23. bis 31. Mai in Hohenems statt und trägt das Motto „Alte Theaterliebe rostet nicht“.  „Wir werden im Jahr 2019 einen Festivaltag lang den Stadtteil Herrenried sowie zum dritten Mal wieder einen historischer Keller bespielen“, freut sich Geschäftsführer Dieter Heidegger auf die geographische „Erweitung“ des Festivals. Susi Claus: „Passend zum Thema werden bekannte Gesichter wie Pierre Schäfer zu Gast sein, ebenso werden auch wieder Theaterexperimente die Besucher überraschen.“

www.homunculus.info
Homunculus 28 im Jahr 2019
Alte (Theater)Liebe rostet nicht
23. bis 31. Mai 2019

Sieger teilen Preisgeld des Rudolf-von-Ems-Preises

Die mit den Dingen spielen

10. Mai 2018 /

Hohenems/A. Künstlerische Nachwuchs-Positionen standen am Mittwoch, den 9. Mai, beim 27. Figurentheaterfestival Homunculus (Hohenems/Österreich) auf dem Programm der Rudolf-von-Ems-Preisverleihung. Die Sieger sind Marius Alsleben und Arnaud Grandjean, zwei Studenten aus Stuttgart.

Drei Produktionen von Figurenspielern der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart ritterten um den mit 2.500 Euro dotierten Figurentheaterpreis der Stadt Hohenems. Das Stuttgarter Figurentheaterstudium steht für das Spiel mit Dingen – die Studenten setzen sich in Bezug zu Material, Objekten, Puppen und Körpern. Die drei Miniaturen des Hohenemser Theaterabends entstanden in Kooperation mit dem Studiengang Szenographie der Haute école des arts du Rhin Straßburg. Durch den Abend führte Intendantin Susi Claus aka Mrs. Kikki, die weise Bordkatze, eine Titanic-Überlebende.

Kunststoffkanister erinnern an Osterinsel-Skulpturen

Das Duo Marius Alsleben (Spiel) Arnaud Grandjean (Musik/Geräusche) gewann sowohl den von einer Fachjury wie einer Publikumsjury bewerteten Bewerb mit seiner Produktion „20 Liter“. Juroren waren Elisabeth Wolber (Puppenbühne Götzis), Theaterpädagogin Nina Fritsch und Kulturstadtrat Johannes Drexel. Das Spiel mit 35 blauen Kunststoffkanistern welche sich im Laufe des Stücks zu Gesichtern, Figuren, Treppen und Klangkörpern entwickeln, überzeugte neben einzelnen Juroren vor allem das Publikum. Das Publikumsvoting war auch das Zünglein an der Waage, um das nicht einstimmige Juryergebnis für den Gesamtpreis zu entscheiden.

Auseinandersetzung mit sich selbst

Das zweite Stück, Confetti, von Emilien Truche wurde im intimen Rahmen eines kleinen, verdunkelten Seminarraumes dargeboten. Ein Mann, der sich selbst in Form einer lebensecht wirkenden Puppe gegenübersitzt  - eine Performance über das Berühren und berührt werden – sich näherkommen und entfernen. Figurenspielerin Anne Brüssau brachte als dritten Bewerbs-Beitrag für die düster-anspruchsvolle Darbietung „In my Room!“. Ein dunkler Raum mit schwachem Licht - eine Figur, die ihre eigene Haut abschält, Enge und Angst. Seelenschwärze und am Schluss – Licht! Die eigensinnigen, anregenden künstlerischen Nachwuchs-Positionen mit großteils offenem Schluss begeisterten - alle drei Stücke ernteten viel Applaus.

Großzügige Geste begeisterte

Festivalpräsident Günter Bucher und Stadtrat Johannes Drexel überreichten den mit 2.500 Euro dotierten Haupt- sowie den mit 500 Euro ausgelobten Publikumspreis. Beide gingen offiziell an Marius Alsleben und Arnaud Grandjean.  Die Gewinner erklärten sich auf der Bühne spontan bereit, das Preisgeld auf alle drei Nachwuchs-Compagnien aufzuteilen. Chapeau! Mit einer DJ-Party ging die lange Nacht der jungen Puppenspieler im Löwen-Foyer schließlich in den Morgen über.

Rudolf-von-Ems-Preis

Der Rudolf-von-Ems Kleinkunstpreis wurde 2008 das erste Mal im Rahmen des Figurentheaterfestivals Homunculus vergeben. Namensgeber ist der Epiker Rudolf von Ems 1200 bis 1254, der u.a. „Der gute Gerhart“ geschrieben sowie eine „Weltchronik“ (unvollendet) verfasst hat. 

Für das Figurentheaterfestival „Homunculus“

Andrea Fritz-Pinggera
Fotos: Homunculus/Kurt Böckle/afp

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